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Recht / Zivilrecht 
Donnerstag, 10.01.2019

Anspruch auf Schmerzensgeld wegen vergessener OP-Nadel im Bauchraum

Das Oberlandesgericht Stuttgart entschied, dass ein Patient Anspruch auf Schmerzensgeld hat, wenn aufgrund einer unterbliebenen Zählkontrolle nach einer Operation übersehen wurde, dass eine Nadel im Bauchraum des Patienten zurückgeblieben ist. Das Gericht sieht im Zurücklassen einer Nadel im Bauchraum einen schuldhaften Behandlungsfehler, der der Klinik zur Last fällt (Az. 1 U 145/17).

Im vorliegenden Fall unterzog sich die Klägerin einer urologischen Operation in dem Krankenhaus der Beklagten, bei der eine 1,9 cm lange Nadel im Körper zurückgeblieben war. Dies wurde einen Monat später bei einem CT festgestellt. Die Patientin wurde darüber rund zwei Monate nach der Operation informiert. Seither musste sie sich zur Kontrolle des Verbleibs der Nadel im Körper regelmäßig röntgenologisch untersuchen lassen und befürchtete Folgeschäden sowie gegebenenfalls eine weitere Operation zur Entfernung der Nadel.

Das OLG Stuttgart gab der Geschädigten überwiegend Recht. Das Gericht hat die Beklagte als Trägerin des Bundeswehrkrankenhauses Ulm zu Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro und Schadensersatz u. a. wegen noch nicht vorhersehbarer Schäden verurteilt.

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